Rezension des Buches “Und die Nilpferde kochten in ihren Becken” von William S. Burroughs und Jack Kerouac

Im Februar 2010 erschien “Und die Nilpferde kochten in ihren Becken” – ein Gemeinschaftswerk von William Burroughs und Jack Kerouac. Hier der Klappentext:

Und die Nilpferde kochten in ihren Becken von William S. Burroughs und Jack Kerouac

Eine Sensation: Die späteren Beat-Begründer William S. Burroughs und Jack Kerouac schrieben als junge Männer in New York gemeinsam einen Roman, der auch in den USA jahrzehntelang unveröffentlicht blieb. Er handelt von einem Mord, der in ihrem engsten Freundeskreis geschah. Burroughs und Kerouac beschlossen, gemeinsam einen Krimi zu schreiben im Genre des Hardboiled, im Stil eines Dashiell Hammett, und darin das Ereignis zu fiktionalisieren. Abwechselnd schrieben sie die Kapitel unter den Pseudonymen Will Dennison (Burroughs), Barmann mit Verbindungen in die Unterwelt, und Mike Ryko (Kerouac), Säufer und Seemann. Entstanden ist ein fesselnder Roman, der außerdem faszinierende Einblicke in das New York der vierziger Jahre und die damalige Boheme vermittelt.

Ich habe mir das Werk gekauft und in Rekordzeit verschlungen. Als Kerouac-Fan finde ich das Buch natürlich super und gehe davon aus, dass es auch allen anderen gefällt, die sich für Kerouac, Burroughs oder die Beat-Generation interessieren. Das Buch beschreibt das New York der 40er-Jahre und insbesondere das Milieu der Jugendlichen, Tagelöhner, Lebemänner und Künstler – die üblichen Beat-Gestalten. Deren Leben und Umgebung wird so überzeugend dargestellt, dass man förmlich hineingezogen wird. Das ist sicherlich das größte Vermächtnis des Buches. Burroughs und Kerouac waren dabei und sie lassen und daran teilhaben.

Die Handlung ist wenig komplex und sehr vorhersehbar. Die Sprache ist einfach und klar. Wer weniger Leidenschaft für Beat empfindet und auf diese Dinge Wert legt, sollte ggfs. die Finger von dem Buch lassen. Es ist jedoch eine gute Möglichkeit, um schnell und kurzweilig einen ersten Eindruck von Beat-Literatur zu erhalten. Das Nachwort von James W. Grauerholz gibt übrigens einige interessante Hinweise und Hilfestellungen und sollte nicht überlesen werden.

Mein Fazit: Das Buch “Und die Nilpferde kochten in ihren Becken” von William Burroughs und Jack Kerouac gehört in jede geordnete Beat-Bibliothek. Auch für Einsteiger lohnt es sich. Wer nichts mit athmosphärischen, eher episodischen Geschichten aus dem Beat-Milieu der 40er anfangen kann, der wird wohl nicht glücklich mit dem Buch – aber vermutlich auch nicht mit anderen Beat-Büchern.

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Dokumentation über die Beat Generation

In dieser Dokumentation kommen einige Weggefährten von Allen Ginsberg und Jack Kerouac zu Wort wie beispielsweise Ray Bremser. Auch Kerouacs Tochter Jan Kerouac spricht über ihr Verhältnis zum Vater. Schön finde ich dieses Zitat: “The so-called beat generation was a whole bunch of people of all kinds of nationalities who came to a conclusion that the society sucked.”

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